Braucht Metelen einen Bürgerbus?
Ob die Metelener Bürger einen Bürgerbus/-verein wollen, wird im Rahmen der Großen Haushaltsbefragung der Gemeinde Metelen als Anlage abgefragt. Die Auswertung erfolgt von Dr. T. Schwarze und seinem geografischen Institut und wird uns Aufschlüsse darüber geben, wie wichtig Metelener Bürgern solch ein Bürgerbus ist.
Was ist das, ein Bürgerbus?
Der Bürgerbus ist ein ganz normales öffentliches Nahverkehrsmittel, das auf einer bestimmten konzessionierten Linie fährt. Das Besondere daran ist: Bürger fahren für Bürger. Der Bürgerbus wird von ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern gesteuert und wird da eingesetzt werden, wo regulärer Linienverkehr unwirtschaftlich ist und sich der öffentliche Personennahverkehr aus Kostengründen zurückzieht. Er gewährleistet in nachfrageschwachen Ortsteilen oder Zeiten Mobilität, insbesondere für ältere Mitbürger und für junge Familien.
Wo gibt es so etwas schon?
Die Idee des „Bürgerbusses“ kommt wahrscheinlich aus England. Über die Niederlande ist sie dann nach Deutschland gekommen. Der erste Bürgerbus in NRW wurde als Pilotprojekt 1985 in Heek/Legden ins Leben gerufen. Im Kreis Steinfurt verkehren aktuell drei Bürgerbusse. 2002 startete der Bürgerbus in Westerkappeln. Im Jahr 2007 nahm der Bürgerbus zwischen Saerbeck und Emsdetten den Betrieb auf. Ebenfalls im Juli 2007 startete der Bürgerbus von Wettringen nach Schüttorf.
Grundsätzlich bestanden in den oben genannten Regionen in einigen Ortsteilen/Ortsgebieten Versorgungslücken, die durch den Bürgerbus geschlossen wurden. In Metelen gibt es Versorgungslücken in West-Ost-Richtung, beispielsweise Metelen – Wettringen oder Metelen – Schöppingen an die Schnellbuslinie. Der Kreis Steinfurt unterstützt aktiv durch Beratung und Finanzierung die Einrichtung solcher Bürgerbusse, auch wenn die Gemeinden finanzielle Haushaltsengpässe haben.
Glaubt man den Aussagen von Fahrerinnen und Fahrern in bestehenden Bürgerbusvereinen, so ist es in erster Linie der Spaß, der sie motiviert, sich als Fahrerin und Fahrer für den Bürgerbus zur Verfügung zu stellen. Die Fahrgäste sind dankbar und kennen oft die Fahrer, schätzen den persönlichen Kontakt und suchen das Gespräch. Oftmals sind die Fahrerinnen und Fahrer Rentner, die ihre Zeit und ihr Engagement so der Gemeinschaft zur Verfügung stellen.
Da die älteren Mitbürger in Metelen nicht weniger, sondern mehr werden, jüngere Familien oft kein zweites Auto haben und die Mobilität, gerade der Älteren, nicht unbedingt gegeben ist, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob nicht ein Bürgerbus in Metelen Sinn macht.
In einer öffentlichen Sitzung, zu der alle relevanten Gruppen aus Metelen eingeladen werden, sowohl die politischen Parteien als auch die anderen Vereine, werden wir versuchen, Fragen zu beantworten. Eine Einladung erfolgt über die Zeitungen.
Für ganz schnelle Fragen stehen Wolfgang Ransmann (02556/7316) und Raymond Schlieben (02556/7874) zur Verfügung, die sich über Rückmeldungen von Interessierten sehr freuen würden.
[Dieser Artikel erschien im Metelener Kiebitz Nr. 81, Juni 2010.]


